SMART CITY - MIKROQUARTIERE

Energie- und lebensqualitätsoptimierte Planung und Modernisierung von Smart City-Quartieren

Über den Wert von Netzeinspeisung in der Hinsicht auf monetäre Erlöse und Emissionen

In dem Projekt Smart City – Mikroquartiere werden Areale, im Gegensatz vom gesamten Energiesystem, sehr detailliert betrachtet. Die Kopplung zum übergeordneten Energiesystem wird durch Schnittstellen betrachtet. Eine Forschungsfrage, die in diesem Projekt angesprochen wurde, ist, wie verkaufte oder eingespeiste Energie zu bewerten ist. Dabei stellt sich nicht nur die Frage der monetären Erlöse, sondern auch, ob und in welcher Höhe Emissionen berücksichtigt werden sollen.

Im Folgenden werden wir diese Problematik und mögliche Ansätze anhand von Einspeisung von elektrischer Energie betrachten. Betreffend den monetären Wert von Überschusseinspeisung sind folgende Möglichkeiten gegeben:

  1. gemäß den österreichischen Förderrichtlinien besteht die Möglichkeit eines gesetzlich garantierten Einspeisetarifs
  2. elektrische Energie wird zum Großhandelspreis verkauft.

Um die Berechnung unabhängig von aktuellen und zukünftigen Förderrichtlinien zu machen, betrachten wir im Projekt ausschließlich (ii).

Für die Bewertung im Hinblick auf Emissionen bestehen drei Möglichkeiten:

  1. Es erfolgt keine Gutschrift an Emissionen, da es im Moment noch kein Emissionshandelssystem für Endverbraucher gibt.
  2. Die Einspeisung wird mit den mittleren Emissionen des Strommarktes bewertet. Mittlere Emissionen sind die gesamten Emissionen der Stromerzeugung bezogen auf die gesamte Stromproduktion in einer Stunde.
  3. Es werden die Grenzemissionen herangezogen. Die Grenzemissionen sind als die Emissionen jenes Kraftwerks zu verstehen, welches durch die Überschusseinspeisung verdrängt wird. Diese Methode ist dahingehend plausibel, dass am Ehesten der tatsächliche Emissionswert von Überschusseinspeisung wiedergegeben wird.

Wir betrachteten und diskutierten alle drei Methoden in dem Projekt, wobei die Wertigkeit in Hinsicht auf Emissionen wie folgt geordnet werden kann: (i) < (ii) < (iii).

Andreas Fleischhacker, TU Wien